top of page

Nachlese der vierten Stunde (24. April 2026) – „Lázár“ von Nelio Biedermann

  • 28. Apr.
  • 1 Min. Lesezeit

Was ist Edmund Pontiller für ein Mensch? Der unbeugsame Benediktiner kommt im Frühjahr 1940 als Schlosskaplan zu den Lázárs ins Herrenhaus. Er ist der erste Mensch seit vielen Jahren, der sich in den sagenumwobenen Wald ohne Gewehr wagt. Er fürchtet sich nicht vor dem abergläubischen Geschwätz der Leute und macht sich mit Notizbuch, Bleistift und der Bibel auf den Weg und will so den Aberglauben mit Taten bekämpfen. Neben der Bibel ist sein wichtigstes literarisches Werk Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Er sieht Marcel, wie er ihn stets nennt, als seinen Seelenverwandten, der ihn besser als jeder andere Mensch versteht.


Fast alle lieben Pontiller. Nur Pista wird das Gefühl nicht los, dass unter seiner Oberfläche noch eine andere Wahrheit liegt. Er ist sich sicher, dass Pontiller etwas verbirgt. Die dunklen Schatten in den Winkeln seiner Augen und die Ringe darunter, die im Kontrast zu seinem hellen Wesen stehen, irritieren Pista. Er ist entschlossen, sein Geheimnis aufzudecken. Als plötzlich die Polizei vor der Tür steht und mitbekommt, dass er im Radio „Feindsender“ hört, wird er abgeführt. Jemand muss ihn verraten haben, nachdem er keinen Hehl daraus gemacht hat, was er von dem deutschen Diktator hält, der ganz Europa in den Abgrund reißt.


Ist Pontiller eher ein Widerstandskämpfer als ein Kaplan? Oder ist er ein aufrichtiger Kaplan, der mutig sein Wort erhebt und die Folgen seines Handelns nicht scheut?

Kommentare


Aktuelle Einträge
Archiv

© 2026 by T. Brüggemann.

bottom of page