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Nachlese der ersten Stunde (22. September 2023) – „Ich zähmte die Wölfin“ von Marguerite Yourcenar

  • 4. Okt. 2023
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 29. Okt. 2023

Die Völlerei gehört zu den Lastern des alten Roms. Bis zum Erbrechen stopft sich die gehobene Gesellschaft bei ihren Geselligkeiten den Magen voll und glaubt, sich damit etwas Gutes zu tun. Hadrian, der nach Trajans Tod im Jahre 117 römischer Kaiser wird, ist abgestoßen von diesen Exzessen und findet Genuss im Maßhalten. Seine Vorliebe für die griechische Kultur hat ihn geprägt und sich wohl Solons Ausspruch „Nichts im Übermaß!“ zu eigen gemacht. Gilt diese Maxime für alle Bereiche des Lebens? Alles ein bisschen niedriger dosieren wie feiern, essen, trinken, reisen, arbeiten etc.? Gilt es auch für das Lesen? In seinen Briefen an Marc Aurel schreibt er: „Sowenig ich in einer Welt ohne Bücher leben möchte, sowenig werde ich in ihnen die Wirklichkeit suchen, weil ich weiß, dass die ganze Wirklichkeit darin nicht Raum hat.“ Um einen Maßstab für sich zu gewinnen, propagiert er das Studium seiner selbst. Dieses „Nosce te ipsum“ prägten schon die sieben Weisen Griechenlands und ist als Inschrift im Apollotempel von Delphi eingemeißelt!

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